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Aus- und Einwanderungen auf die Kanaren

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Aus- und Einwanderungen

Zur Zeit der spanischen Eroberung, die fast ein Jahrhundert (1402 bis 1496) andauerte, war die Einwanderung im Verhältnis zur Urbevölkerung relativ groß, obwohl man davon ausgeht, dass am Ende nur wenige Siedler geblieben sind. Man vermutet nur etwa 300 „Familien“ jeweils auf Gran Canaria und Teneriffa, die sich mit den Ureinwohnern vermischten. Um 1600 wurden 500 Sklaven auf die Inseln verkauft, wobei es sich allerdings um Nachkommen nach Sevilla verkaufter Sklaven handelte, also Guanchen. Im Grunde kann man die Kanaren zu dieser Zeit als unterbesiedelt bezeichnen, da Amerika attraktiver schien.

Die Auswanderung von den Kanarischen Inseln nach Amerika war im Verlauf der langen Geschichte der spanischen Kolonien in Amerika zeitweise verboten oder gefördert, mal illegal, mal legal. Aber über 500 Jahre, bis in die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, lief die Auswanderung immer weiter. Für bestimmte Gegenden Lateinamerikas war die kanarische Auswanderung entscheidend für ihre Besiedlung. Die wichtigsten Ziele waren in Lateinamerika an erster Stelle Venezuela, Kuba und Hispaniola, weniger Uruguay und der Norden Mexikos. Gründe waren die Angriffe der Korsaren und Piraten auf die Inseln, der Zusammenbruch der jeweiligen Monokulturen (Zuckerrohr, Wein, Cochenille), Hunger durch lange Dürreperioden und folgenschwere Vulkanausbrüche, wie 1706 die Zerstörung des wichtigsten Hafens Garachico auf Teneriffa und von 1730 bis 1736 umfangreiche Ausbrüche auf Lanzarote. Doch insbesondere die fortschreitende Konzentration auf wenige Familien der innerkanarischen Besitzverhältnisse trieb die wachsende Bevölkerung der Kanarischen Inseln in die Emigration. Noch im 18. Jahrhundert wanderte ein Teil der kanarischen Bevölkerung nach Louisiana aus. In Amerika (und heute noch auf Kuba) wurden sie Isleños genannt. Eine letzte große illegale Auswanderungswelle, hauptsächlich in Richtung Venezuela, fand zwischen 1936 und 1945 statt, in der Zeit während und insbesondere nach dem Spanischen Bürgerkrieg. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Emigration legalisiert, so dass in wenigen Jahren die enorme Anzahl von etwa 100.000 Menschen (von etwa 700.000) die Inseln in Richtung Venezuela verließen. Venezuela wird auf den Kanaren deshalb häufig als Die achte Insel bezeichnet. Viele dieser Auswanderer, oder ihre Kinder bzw. Enkel, sind mittlerweile zurückgekehrt, oder versuchen die Rückkehr. Durch den jahrhundertelangen Austausch zwischen den Kanariern auf beiden Seiten des Atlantiks sind viele Elemente der südamerikanischen Kultur und des Sprachgebrauches auf den Inseln heimisch geworden, das kanarische Spanisch hat seine Spuren in Lateinamerika hinterlassen. So haben sich heute zahlreiche Elemente, besonders des karibischen Spanisch, mit dem Spanisch der Inseln vermischt.

Aktuelles Flüchtlingsproblem

Die Inseln werden in den letzten Jahren vermehrt von Flüchtlingen aus Afrika unter sehr schwierigen Bedingungen, nämlich der Überquerung des Kanarenstroms als Teil des Golfstroms, mit kleinen Booten angesteuert. Bisheriges Rekordjahr war 2002 mit 9.929 Flüchtlingen, 2005 waren es noch nach Angaben des spanischen Innenministeriums noch 4.751. 2006 gab es einen Anstieg auf etwa 31.000 Migranten, wobei im September erstmals auch asiatische Flüchtlinge aufgegriffen wurden. Dieser enorme Aufwärtstrend setzte sich mit etwa 4.500 Einwanderern im ersten Halbjahr 2007 nicht fort. Die trotzdem hohe Zahl wird mit der verstärkten Bewachung der Straße von Gibraltar und der Ausstellung von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen für illegale Einwanderer seitens der spanischen Regierung in der Vergangenheit in Verbindung gebracht. Von denen, die im Jahre 2006 die Kanaren erreicht haben, konnten nur knapp 10 Prozent in ihre Heimat zurückgebracht werden. Gründe sind das Schweigen der Flüchtlinge zu ihrer Herkunft, sowie noch nicht existierende Rückführungsabkommen mit den afrikanischen Ländern. Im November 2006 fand erstmals die „EU-Afrika-Konferenz für Migration und Entwicklung“ statt, die sich ebenfalls mit dem Problem der illegalen Einwanderung beschäftigte. Der Einsatz der Frontex ist bis auf Weiteres verlängert worden. Dieser versucht, mit Hilfe verschiedener europäischer Patrouillenboote, unterstützt von Aufklärungsflugzeugen, das Ablegen von Flüchtlingsbooten an der afrikanischen, insbesondere der senegalesischen Küste, von der etwa die Hälfte aller Flüchtlingstransporte starten, zu verhindern. Es gibt eine Schätzung des Roten Kreuzes, dass im Jahre 2006 rund 6.000 Menschen bei dem Versuch, die Kanaren zu erreichen, im Atlantik umgekommen sein könnten.

 
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